InstallingGNewSense

Filed in: Documentation:de.InstallingGNewSense · Modified on : Sat, 19 Sep 09

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(Dieser Artikel ist im englischsprachigen Original hier erschienen)

englischsprachige Version von Michael Fötsch, 14. Juni 2007, überarbeitet für gNewSense deltah

Einführung

Dieser Artikel erklärt, wie man ein Dual-Boot System mit Windows (oder einem anderen Betriebssystem) und gNewSense GNU/Linux aufbaut.

Entgegen aller Mythen über Erschwernisse kann eine GNU/Linux-Installation von jedem durchgeführt werden, der Windows-Anwendungen installieren und verwalten kann. Neben der Tatsache, dass eine Live-CD wie gNewSense benutzt werden kann, macht es viel mehr Spaß GNU/Linux zu installieren als dies bei Windows jemals der Fall war.

Für fortgeschrittene Benutzer und solche mit besonderen Anforderungen enthält dieser Artikel eine Einheit zum manuellen Partitionieren.

Über gNewSense

gNewSense ist eine auf Ubuntu basierende GNU/Linux Distribution. Sie ist frei wie in Freiheit und enthält im Gegensatz zu Ubuntu keine unfreien Komponenten (Firmware, Treiber und Anwendungen). Wenn Sie gNewSense verwenden genießen Sie alle Freiheiten freier Software ohne Kompromisse.

Ubuntu Hardy Heron (8.04.x), auf welcher gNewSense 2.x basiert (1.x hatte Dapper Drake (6.06.x) zur Basis), ist nicht die aktuellste Version von Ubuntu, aber sie genießt Long-Term Support (LTS, zu Deutsch Langzeit-Unterstützung). Das bedeutet, dass ein großer Wert auf Stabilität gelegt wird und Sicherheits-Updates über einen langen Zeitraum zur Verfügung stehen (bis zur nächsten LTS-Version).

Bevor Sie beginnen

gNewSense hat folgende Anforderungen an Ihre Hardware:

  • 384 MB RAM
  • 4 GB freier Platz auf der Festplatte
  • Intel x86-kompatible CPU, z.B Intel Celeron oder AMD Athlon64

Wenn Sie Windows oder ein anderes Betriebssystem installiert haben und ein Dual-Boot System erstellen wollen, machen Sie bitte ein Backup Ihrer wichtigen Daten. Die gNewSense Installations-Routine kann die Größe von Windows-Partitionen ändern, aber falls etwas schief läuft, werden Sie dankbar für das Backup sein.

Außerdem sollten Sie, wenn Sie eine Windows-Partition verändern wollen, zuvor in Windows alle Windows-Partitionen auf Ihrer Festplatte defragmentieren.

Wenn Sie planen, Windows zu entfernen, können Sie in Windows einige Dinge tun um den Übergang zu gNewSense zu vereinfachen. Besuchen Sie Transitioning to GNU/Linux (englischsprachig) für weitere Informationen.

gNewSense herunterladen

Sie können die Live-/Installations-CD von einem der hier gelisteten Spiegelserver herunterladen. Die CD ist in Form eines ISO-Images verfügbar und kann mit den meisten Brennprogrammen auf eine leere CD gebrannt werden.

Nehmen Sie die aktuellste .iso Datei – „gnewsense-livecd-deltah-x.y.iso“. Die Datei ist über 600MB groß und kommt mit dem GNOME-Desktop und den wichtigen Anwendungen (OpenOffice.org, Webbrowser etc.).

Sie können das CD-Abbild auch per BitTorrent herunterladen, nutzen Sie die entsprechende .iso.torrent Datei.

Die Installations-CD brennen

Wenn der Download abgeschlossen ist, müssen Sie das Abbild (die .iso Datei) auf eine leere CD brennen, Sie können dazu ein Programm Ihrer Wahl nehmen. Beachten Sie jedoch, dass Sie die Option, das ISO-Abbild zu brennen benutzen und nicht eine CD erstellen, auf der dann die .iso Datei als solche vorhanden. Sonst müssen Sie eine neue CD brennen!

Die Live-CD starten

Legen Sie die CD in Ihr Laufwerk ein und starten Sie Ihren Rechner neu, wenn der Rechner die CD korrekt erkannt hat, haben Sie nun folgendes oder ein ähnliches Bild vor sich (je nach gNewSense Version):


(Screenshot von gNewSense 2.2)

Drücken sie Eingabe (Enter) um die Live-CD zu starten

Hinweis: Wenn die Live-CD nicht startet, starten Sie Ihren Rechner neu und drücken Sie am Boot-Bildschirm um weitere Optionen zu sehen. Möglicherweise können Sie mit einer am boot: Prompt eingegebenen Option Ihr Problem umgehen.

Die Live CD verwenden

Die Live CD ist ein voll funktionsfähiges gNewSense System, es läuft lediglich (wesentlich) langsamer als ein auf festplatte installiertes System.


Die gNewSense Live CD

Schauen Sie sich um. Probieren Sie aus, ob Ihre Hardware funktioniert (USB-Laufwerke, Drahtloses Netzwerk, etc.). Sie können die Live Cd verwenden, um im Internet zu surfen, OpenOffice.org oder GIMP auszuprobieren oder Richard Stallmanns Texte lesen und seinen Free Software Song hören.

Hinweis: Sie können im Live CD-Betrieb lesend auf Ihre Windows Partition/Festplatte zugreifen. Sie finden sie unter Orte -> Computer

Wenn Sie bereit sind, gNewSense zu installieren, klicken Sie auf den Install Icon auf dem Desktop.

Installation Schritt für Schritt

In diesem Abschnitt zeige ich Ihnen Screenshots des gesamten Installationsprozesses. Sie werden sehen, dass die Installation ziemlich einfach ist. Wenn es zu einem Thema weiterführende Informationen gibt, finden Sie Links zu den entsprechenden Abschnitten.

Schritt 1: Sprache

Hierzu gibt es nicht viel zu sagen, außer dass gNewSense offensichtlich viel mehr Sprachen unterstützt als Windows. Wählen Sie Ihre Sprache und klicken sie Weiter.


Schritt 1: Sprache

Schritt 2: Land und Zeitzone

Bewegen Sie die Maus über ein Gebiet auf der Karte, um heran zu zoomen. Klicken Sie dann auf eine Stadt in Ihrer Nähe und klicken Sie Weiter.


Schritt 2: Land und Zeitzone

Schritt 3: Tastaturbelegung

Ziemlich selbsterklärend. Nachdem gNewSense installiert wurde, können sie in System -> Einstellungen -> Tastatur erweiterte Optionen setzen (zum Beispiel, ob Sie bei einer deutschen Tastaturbelegung „Dead Keys“ verwenden möchten, usw.)


Schritt 3: Tastaturbelegung

Schritt 4: Festplatte

In diesem Schritt wählen Sie die Festplatte aus, auf die installiert werden soll. Hier können Sie auch bestimmen, ob Sie ein Dual-Boot-System einrichten wollen (Windows behalten) oder nicht.


Schritt 4: Festplatte
  • <Partition> verkleinern und den freigewordenen Platz zur Installation nutzen: Wenn ein anderes Betriebssystem installiert ist, dann belegt es einen Teil der Festplatte, der Partition genannt wird. Wenn Sie diese Option wählen, dann können Sie die Größe des Teils der Festplatte bestimmen, der weiterhin für das bestehende Betriebssystem reserviert bleiben soll, und den verbleibenden Teil für gNewSense verwenden. Mit dem Schieberegler bestimmen Sie die Größe, die für das bestehende Betriebssystem reserviert bleibt.
    • Anmerkung: Auf manchen Rechnern ist Windows so konfiguriert, dass es mehrere Partitionen auf der selben Festplatte benutzt, die alle als eigene Laufwerksbuchstaben in Windows erscheinen. Sie können die Option „Partitionstabelle händisch verändern“ wählen, wenn Sie eine andere Partition verkleinern wollen.
  • Geführt - verwende vollständige Festplatte: Genau das, wonach es klingt. Alle Daten auf allen Partitionen der Festplatte werden entfernt.
    • Anmerkung: Das ist nicht das gleiche wie den Schieberegler auf 0% zu stellen (was gar nicht möglich ist). Die erste Option und der Schieberegler beziehen sich lediglich auf eine Partition auf der Festplatte. Es kann mehrere Partitionen auf der Festplatte geben, die alle gelöscht werden, wenn Sie diese Option wählen.
  • Geführt - den größten freien Speicherbereich benutzen: Diese Option verwendet den nicht partitionierten Festplattenplatz, wenn es solchen gibt. Diese Option können Sie wählen, wenn Sie ein anderes Partitionierungswerkzeug benutzt haben (wie zum Beispiel das, das in Windows Vista eingebaut ist), um Platz für die gNewSense-Installation zu schaffen. (Siehe auch die Anmerkung für Vista-Benutzer.)
  • Manuell: Damit können Sie die Partitionierung der Festplatte bis ins Detail bestimmen. Es schadet sicher nicht, einen Blick auf diese Option zu werfen. Änderungen werden erst dann auf die Festplatte geschrieben, wenn Sie nach der händischen Partitionierung auf Weiter klicken. Im Abschnitt Fortgeschrittene Partitionierung finden Sie weitere Informationen.

Wenn Sie Ihre bestehende Windows-Installation behalten möchten, wählen Sie die erste Option. Die vorgeschlagene Partitionsgröße sollte dabei ausreichend sein.

Wenn Sie Windows nicht mehr benötigen, wählen Sie die zweite Option.

Anmerkung für Vista-Benutzer: Vista hat anscheinend ein eigenes eingebautes Partitionierungswerkzeug, das Sie verwenden können, um die Windows-Partition zu verkleinern, bevor Sie gNewSense installieren. Um dieses Werkzeug zu verwenden, klicken Sie rechts auf Arbeitsplatz und klicken Sie dann Verwalten -> Festplattenverwaltung. Klicken Sie rechts auf die Vista-Partition und wählen Sie Laufwerk Verkleinern. Bei der gNewSense-Installation wählen Sie dann die Option „Geführt - den größten freien Speicherbereich benutzen“. Mehr dazu hier.

Sobald Sie auf Weiter klicken, werden die Änderungen auf die Festplatte geschrieben.

Schritt 5: Benutzerkonto

Als nächstes geben Sie Ihren Namen und Ihre Login-Informationen an. Es sollte angemerkt werden, dass der Benutzer, für den Sie hier ein Konto anlegen, nicht ständig mit Administratorenrechten (auch „Root“-Rechte genannt) arbeiten wird. Das System wird Sie immer dann nach dem „root“-Passwort fragen, wenn Sie etwas tun wollen, das diese Rechte verlangt. Das „root“-Passwort ist das gleiche Passwort, dass Sie in diesem Schritt festlegen.


Step 5: Benutzerkonto

Schritt 6: Dokumente und Einstellungen übernehmen

Der Migrationsassistent hilft Ihnen dabei, Benutzereinstellungen und Dateien von einer bestehenden Windows- oder GNU/Linux-Installation zu übernehmen. So können Sie zum Beispiel Lesezeichen Ihres Browsers oder den Ordner „Eigene Dateien“ importieren.

Leider war auf meinem Testsystem das Installationsprogramm nicht in der Lage, das bestehende Betriebssystem zu erkennen, und so erschien lediglich der folgende Bildschirm:


Step 6: Migrate Documents and Settings

Schritt 7: Fertigstellen

Auf dem letzten Bildschirm sehen Sie eine Zusammenfassung der Einstellungen, die Sie vorgenommen haben. Bitte bedenken Sie, dass die Änderungen an den Partitionen bereits auf die Festplatte geschrieben wurden. Sie können diese also nicht rückgängig machen.


Schritt 7: Fertigstellen

Wenn Sie auf Installieren klicken, beginnt der Installationsvorgang.

Nach einer kurzen Kaffeepause, werden Sie aufgefordert, den Computer neu zu starten.

Von jetzt an werden Sie bei einem Neustart jedesmal ein Boot-Menü sehen. Wenn Sie dort nichts auswählen, wird nach einigen Sekunden das Standard-Betriebssystem automatisch ausgewählt. Wenn Sie sich für ein Dual-Boot-System entschieden haben, dann können Sie hier auch in das andere Betriebssystem booten.


Menü des GRUB Boot-Loaders

Fortgeschrittene Partitionierung

In diesem Abschnitt erkläre ich Ihnen, wie Sie das Werkzeug für die händische Partitionierung verwenden. Ich weiß nicht, wie es bei Ihnen ist, aber wenn ich die Wahl habe, dann entscheide ich mich immer für die „erweiterte“, „händische“ oder „Experten“-Installation. Ich möchte einfach wissen, was hinter den Kulissen passiert. Das Werkzeug für die händische Partitionierung bietet genau das – es stellt die Festplatte grafisch dar und erlaubt es Ihnen, die Größe von bestehenden Partitionen zu veränden und neue zu erstellen, ganz wie Sie es möchten.

Ich werde beschreiben, wie Sie gNewSense neben einer bestehenden Installation von Windows (oder einem anderen Bestriebssystem) installieren können.

Führen Sie das Partitionierungswerkzeug aus, bevor Sie mit der Installation beginnen, indem Sie System -> Administration -> Partition Editor anklicken.

In dem Fenster sehen Sie oben die bestehenden Partitionen auf der Festplatte (und zwar der Festplatte, die in der Liste rechts oben ausgewählt ist) in Form von horizontalen Balken. Wenn nichts angezeigt wird, dann müssen Sie zuerst eine der Partitionen in der Liste im unteren Bereich auswählen.


Eine einzelne Partition

In dem Screenshot oben gibt es nur eine einzige Partition, die mit dem „ntfs“-Dateisystem (Windows NT Dateisystem) formatiert ist.

Windows Verkleinern

Zuerst müssen wir Platz für die gNewSense-Partitionen schaffen, die wir anlegen wollen. Dazu klicken Sie die Windows-Partition an und klicken Sie dann auf Resize/Move. Daraufhin erscheint ein neues Dialogfenster, in dem Sie den horizontalen Balken auf die gewünschte Größe ziehen können.


Die Größe einer Partition veränden

Der gelbe Bereich zeigt an, wie viel Platz zur Zeit verwendet wird. Das ist gleichzeitig die Minimalgröße für die Partition. Beachten Sie bitte, dass gNewSense-Partitionen normalerweise für Windows nicht sichtbar sind. Die Festplatte, so wie Windows sie sehen wird, wird genau so groß sein, wie sie hier angeben. Wählen Sie also eine Größe, die für Sie ausreicht, um komfortabel mit Windows zu arbeiten.

Klicken Sie auf Resize/Move Ändern. Zu diesem Zeitpunkt werden noch keine Änderungen auf die Festplatte geschrieben. Alle Änderungen, die Sie vornehmen, erscheinen als „pending operations“. Die Änderungen werden endgültig gespeichert, wenn Sie im Hauptfenster auf Apply klicken.

Neue Partitionen anlegen

Wenn Sie wieder zum Hauptfenster zurückkehren, dann gibt es jetzt eine kleiner Windows-Partition und einen großen grauen Bereich, der den nicht benutzten Teil der Festplatte darstellt. In genau diesem unbenutzten Bereich werden wir jetzt neue Partitionen für gNewSense anlegen. Sie brauchen zumindest zwei Partitionen:

  • Eine „root“-Partition für die Programmdateien und Ihre persönlichen Dateien

Das wird die oberste Ebene des Dateisystems in gNewSense sein.

  • Eine „swap“-Partition, die mit der Auslagerungsdatei vergleichbar ist, die Sie von Windows her kennen

Dieser Bereich wird (vereinfacht dargestellt) dann verwendet, wenn das physikalische RAM ausgeht.

Um eine neue Partition anzulegen, wählen Sie zunächst die nicht zugewiesene Partition aus. Klicken Sie auf Neu. In dem Dialogfenster, das erscheint, nehmen Sie die folgenden Einstellungen vor:


Eine Partition anlegen
  • Neue Größe:
    • Als Swap-Partition, empfiehlt das gNewSense-wiki das eineinhalbfache des physikalischen RAM oder aber 1 GB, je nachdem was kleiner ist. (Oder für Laptops oder wenn Sie wenig Festplattenplatz haben die Größe des RAM + 100 MB.)
    • Für Root-Partition verwenden Sie den gesamten verbleibenden Festplattenplatz.
  • Freier Platz davor/Freier Platz danach: Die Größe der Lücken mit nicht zugewisenem Platz, den Sie zwischen der vorherigen/nächsten Partition und dieser Partition frei lassen möchten. Diese Werte werden automatisch angepasst, wenn Sie den Wert für die Neue Größe ändern.
  • Primäre/Erweiterte Partition anlegen: Auf jeder physikalischen Festplatte kann es nur vier primäre Partitionen geben. Wenn Sie mehr anlegen möchten, dann muss eine Partition eine erweiterte Partition sein. Sie können dann weitere Partitionen innerhalb der erweiterten Partition anlegen.
    • Tipp: Es ist sinnvoll, eine erweiterte Partition anzulegen, die den gesamten verbleibenden Platz einnimmt. Sie brauchen sie vielleicht nicht sofort, aber sie kann in Zukunft nützlich werden. Zum Beispiel hatte ich einmal 9 Partitionen auf meiner Festplatte für ein Vierfach-Boot-System mit Windows und drei verschiedenen GNU/Linux-Distributionen. Dabei war ich froh, dass ich rechtzeitig eine erweiterte Partition angelegt hatte.
  • Dateisystem: „ext3“ ist eine gute Wahl für die Root-Partition. Für die Swap-Partition müssen Sie „linux-swap“ auswählen.

Zusammenfassend müssen Sie zumindest diese Partitionen anlegen:

  • Swap-Partition mit Dateisystem „linux-swap“ mit der eineinhalbfachen Größe des RAM-Speichers oder 1 GB, je nachdem was kleiner ist.
  • Root-Partition (üblicherweise mit Dateisystem „ext3“) mit dem gesamten verbeleibenden Platz.

Die endgültige Partitionierung

Wenn Sie zufrieden sind, klicken Sie auf Apply.

Im nächsten Abschnitt finden Sie weitere Tipps.

Partitionierungstipps

Getrennte „home“-Partition

Ich empfehle, dass Sie zwei „ext3“-Partitionen anlegen anstatt einer einzigen – eine für die oberste Ebene des Dateisystems und eine für Ihre „home“-Verzeichnisse.

Die oberste Ebene des Dateisystems (auch „/“ genannt) ist der Platz, wo installierte Applikationen landen. Mit 10 GB sollten Sie dabei auf der sicheren Seite sein. (Ich selbst benutze nicht mehr als 5 GB und habe bereits alle Applikationen installiert, die ich jemals brauchen werde.)

Das „home“-Verzeichnis (auch „/home“ genannt) ist so ähnlich wie „Dokumente und Einstellungen“ unter Windows. Jeder Benutzer hat dort sein eigenes Verzeichnis („/home/jane“, „/home/john“), in dem Applikationen persönliche Einstellungen speichern, und wo die Benutzer ihre Dokumente ablegen. Benutzen Sie den gesamten freien Speicherplatz füt eine „ext3“-Partition für „/home“.

Wenn Sie eine eigene Home-Partition haben, dann können Sie später leichter auf eine neue Version Ihrer GNU/Linux-Distribution oder auf eine völlig andere Distribution umsteigen. Wenn Sie das nächste Mal GNU/Linux installieren, dann können sie die Root-Partition löschen und nur die Home-Partition behalten. Sie können sogar ein Dual-Boot-System mit zwei verschiedenen GNU/Linux-Distributionen einrichten, die beide die selbe Home-Partition verwenden. (Nebenbei bemerkt: Zwei GNU/Linux-Distributionen können auch die selbe Swap-Partition verwenden.)

Partition zum Austausch von Dateien zwischen Windows und GNU/Linux

Wenn Sie weiterhin Windows verwenden wollen, dann können Sie eine Partition anlegen, über die Sie Dateien zwischen Windows und GNU/Linux austauschen können, ohne auf einen externen Datenträger zurückgreifen zu müssen.

Reservieren Sie zu diesem Zweck einfach eine kleine Partition (sagen wir 1 GB) und formatieren Sie sie mit dem „fat32“-Dateisystem. Im Unterschied zu „ext3“ kann FAT32 von Windows verwendet werden und im Unterschied zu „ntfs“ kann GNU/Linux FAT32 sowohl lesen als auch schreiben.

Unter Windows wird die Austausch-Partition automatisch mit einem neuen Laufwerksbuchtaben (D: oder E: oder was auch immer) erscheinen.

Mount-Points zuweisen

Schließen Sie das Partitionierungswerkzeug und starten Sie das Installationsprogramm. In Schritt 4: Festplatte wählen Sie nun die Option „Manuell“ und klicken auf Weiter.

Auf dem nächsten Bildschirm können Sie festlegen, welche Partition für welchen Zweck verwendet werden soll. Klicken Sie die einzelnen Partitionen an und klicken Sie auf „Partition bearbeiten“.


Partition bearbeiten
  • Geben Sie „/“ als Mount-Point für die Root-Partition an, die Sie angelegt haben. Wählen Sie „Partition formatieren“.
  • Wenn Sie eine eigene Home-Partition angelegt haben, geben Sie „/home“ als Mount-Point an. Wählen Sie „Partition formatieren“.
  • Geben Sie „swap“ als Mount-Point für die „linux-swap“-Partition an, die Sie angelegt haben.
  • Wenn es eine oder mehrere Windows-Partitionen gibt, dann können Sie jeder einen eigenen Mount-Point zuweisen. Ich benutze gerne „/windows/<Laufwerksbuchtabe>“, aber Sie können alles verwenden, was einen gültigen Pfadnamen ergibt. Viele Leute nehmen gerne „/mnt/<Mount-Point>“. Wählen Sie nicht „Partition formatieren“.
  • Wenn Sie eine Austausch-Partition angelegt haben, geben Sie dafür ebenfalls einen Mount-Point an.

(Ein Mount-Point ist so ähnlich wie ein Laufwerksbuchstabe unter Windows, bloß viel nützlicher und es kann mehr als 26 davon geben.)

Wenn Sie fertig sind, sollte die Liste der Partitionen in etwa so aussehen:


Endgültige Liste der Partitionen

Der letzte Dual-Boot-Schliff

Es gibt (mindestens) noch zwei Dinge, die Sie auf einem Dual-Boot-System vielleicht noch anpassen wollen – das Dual-Boot-Menü und die Art und Weise, wie Windows-Partitionen in das System eingebunden werden. In diesem Abschnitt wird beides sehr kurz erklärt.

Dual-Boot-Menü


Menü des GRUB Boot-Loaders

Es handelt sich dabei noch richtiger gesagt um das Menü des Boot-Loaders. Sie können es anpassen, indem Sie die Datei „/boot/grub/menu.lst“ editieren. Sie benötigen dafür Administratorenrechte. Sie können die Datei öfnnen, indem Sie folgenden Befehl in einem Temrinal ausführen:

 sudo gedit /boot/grub/menu.lst

(Wenn Sie nach einem Passwort gefragt werden, verwenden Sie das Passwort, dass Sie bei der Installation für den Hauptbenutzer angegeben haben.)

In dieser Datei können Sie unter anderem das Zeitintervall angeben, nach dem der Boot-Loader automatisch das Standard-Betriebssystem lädt, und Sie können angeben, welches Betriebssystem als Standard verwendet werden soll. (Sie können den Einträgen auch lustige Namen geben, aber ich bin sicher, dass Ihnen das auch selbst eingefallen wäre.)

Mount-Tabelle

Die Datei, die vorgibt, welche Partitionen an welchem Platz im Dateisystem erscheinen sollen, heißt „/etc/fstab“. Auch für diese Datei benötigen Sie Administratorenrechte, um sie zu editieren. Hier ist ein Beispiel:

 # /etc/fstab: static file system information.
 #
 # <file system> <mount point>   <type>       <options>                              <dump>  <pass>
 proc            /proc           proc         defaults                               0       0
 /dev/hda7       /               ext3         defaults,errors=remount-ro             0       1
 /dev/hda3       /home           reiserfs     defaults                               0       2
 /dev/hda1       /windows/C      ntfs         defaults,ro,nls=utf8,umask=007,gid=46  0       2
 /dev/hda5       /windows/D      vfat         defaults,umask=007,gid=46              0       2
 /dev/hda6       none            swap         sw                                     0       0
 /dev/hdb        /media/cdrom0   udf,iso9660  user,noauto                            0       0
 /dev/fd0        /media/floppy0  auto         rw,user,noauto                         0       0

Ich bin zwar kein Experte, wenn es um all die Dateisystem-spezifischen Optionen geht, aber die Datei lässt sich recht einfach editieren, wenn man ein wenig Kopieren und Einfügen einsetzt. Wenn Sie Hilfe brauchen, dann schlagen Sie die Handbucheinträge für „mount“ und „fstab“ nach, die Sie entweder in der Online-Hilfe finden können (System -> Hilfe und dort nach „mount“ oder „fstab“ suchen), oder indem Sie folgendes in einem Terminal ausführen:

 man mount
 man fstab

Um eine Liste der vorhandenen Partitionen zu sehen (egal ob sie zur Zeit in der Mount-Tabelle stehen oder nicht), führen Sie diesen Befehl aus:

 sudo fdisk -l

Bitte beachten Sie, dass Sie das Verzeichnis, dass Sie als Mount-Point angeben, selbst anlegen müssen. Das heißt, das Verzeichnis „/windows/C“ muss bereits vorhanden sein, wenn Sie es als Mount-Point für das Windows-Laufwerk C: in der Mount-Tabelle verwenden wollen.

Fazit

Wie Sie sehen, müssen Sie ganz und gar kein Experte sein, um GNU/Linux zu installieren, vor allem bei einer so benutzerfreundlichen Distribution wie gNewSense. Wenn Sie spezielle Bedürfnisse haben, dann enthält das Installationsprogramm von gNewSense alle Werkzeuge, die Sie brauchen.

Ein Dual-Boot-System ist der erste Schritt, um Windows endgültig loszuwerden. Sobald Sie alle Dateien auf GNU/Linux transferiert haben, werden Sie feststellen, dass Sie immer seltener Windows starten müssen.

Weitere Informationen darüber, wie man ein Dual-Boot-System einrichtet, finden Sie hier (auf Englisch):


Anmerkung: Um diesen Artikel zu schreiben, habe ich die Installation in VirtualBox durchgeführt. Mit einer Virtualisierungssoftware wie QEMU oder VirtualBox können Sie sehr gut GNU/Linux ausprobieren, ohne die geringste Gefahr, etwas kaputt zu machen.


Page last modified on September 19, 2009, at 09:44 AM

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